Busfahren ist zum Kotzen…

Die Mayas ziehen uns magisch an 😉 und deswegen ging es bald weiter in den Norden Guatemalas, diesmal wieder mit einem lokalen Bus. Als der Bus in Río Dulce ankam, war er schon wegen der Osterferienreisenden schon ziemlich voll. Wir haben nur noch einen Stehplatz bekommen. Die ruckelige Fahrweise des Busfahrers verhieß nichts Gutes für die nächsten 3-4 Stunden Fahrt…

Im hinteren Teil des Busses saß eine Kleinfamilie (Oma, Mutter, 2 Jungs, 3 Mädels und ein Baby), die das Busfahren nicht so ganz vertragen hat. Schon zu Anfang haben die 2 Jungs im Wechsel ihre Kotztüte benutzt. Irgendwann wurde ein Sitzplatz frei, leider direkt neben dieser Familie, aber ich hab mich trotzdem gesetzt, weil Stehen auch nicht so schön ist, wenn man ständig hin und her schaukelt.
Bei den Jungs ging die Magenentleerung auch weiter, nachdem der Magen schon leer war. Und dann ging es der Mutter auf einmal auch nicht gut, aber weil sie das Baby in den Armen hielt und keine Tüte zur Hand hatte, flog alles auf den Fußboden – Füße heben war in einem Bereich von 2×2 Metern angesagt. Zwischen den Beinen der Mutter und der Oma saß übrigens noch eins der Kinder… Das hat zwar tapfer durchgehalten, aber irgendwann gings auch nicht mehr… Und zwischendurch haben die Jungs weiter mitgemacht. Nach einer Weile hat der Geruch auch andere Mitfahrer beeinflusst. Eine junge Frau vor uns konnte den Mageninhalt irgendwann (mehrmals) auch nicht mehr zurückhalten und der Mann, der neben mir saß, hat öfter mal das Fenster geöffnet und sah so aus, als ob er gleich…

Nach 2h musste der Bus für eine Kontrolle anhalten und wir haben extra gewartet und sind als letzte eingestiegen. Ich wollte lieber stehen, als weiterhin neben der reisekranken Familie sitzen. Das Mittel gegen Erbrochenes im Bus ist übrigens Zeitungspapier, das einfach auf die Sauerei gelegt wird.

Fotos ersparen wir euch bei diesem Beitrag einmal… ist bestimmt auch in eurem Sinne 😉

Finca El Paraíso

Eigentlich war es so schon heiss genug, aber wir wollten es uns nicht nehmen lassen, den heissen Wasserfall bei der Finca El Paraíso in Augenschein zu nehmen und natuerlich darin zu baden. Mit dem Bus von Rio Dulce ging es eine gute Stunde über eine holprige Landstraße, die sich immer mehr in einen staubigen Feldweg verwandelt hat und uns (im hinteren Teil des Busses) wieder ordentlich durchgerüttelt hat. Das ließ unsere Erwartungen an das entspannende heiße Bad noch steigen – aber davor mussten wir noch 15min durch den Wald laufen und alle 5 Meter die Angebote für Getränke, Früchte und Pan de Banano dankend ablehnen.

ist ein beliebtes PlätzchenKurz vor der Ankunft am Wasserfall hat man schon das rauschende Wasser und die kreischenden Besucher zu hören bekommen. Die Badestelle ist echt schön im Wald gelegen, bietet einen sehr kalten Bach als Zufluss und von oben einen von Thermalquellen gespeisten brühheißen Wasserfall. Eine großartige Kombination! Man kann sich vom heißen Wasserfall massieren lassen und wenns einem zuviel ist, taucht man ins kühlere Wasser ab :) So kann man es sich eine ganze Weile gut gehen lassen… oder zur Abwechslung auch auf den umliegenden Steinen rumlungern.

heißer Wasserfall startklar? Splash
Nachdem wir total aufgeweicht waren, mussten wir uns dann auch irgendwann wieder auf den Rückweg begeben. Also zurück zur Straße und (mal wieder) auf den Bus gewartet. Ein Bus kam nicht so bald aber dafür ein Pick-Up mit ein paar Mayas und einem Riesenbottich Fische auf der Ladefläche. Macht nix – da fahren wir mit… Also aufgestiegen, richtig festgehalten und die Stunde Rückfahrt im vollem Fahrtwind gestanden. Das brachte uns einen viel besseren Blick für die Landschaft, fröhliches Lächeln der andern Mitfahrenden und zeitweise eine Staubschicht ein. Spaß :)

ein Frohes Osterfest euch allen

Besser spät als nie wollen wir noch unseren Familien und Freunden schöne Ostern wünschen. Leider können wir ja auch dieses Fest nicht in eurem Kreis verbringen und müssen stattdessen bei 35 Grad im Schatten schwitzen.

Osterdeko weiße Ostern in Deutschland

Ein großer Dank an meine Mutti für ihre Osterimpressionen, die uns ein klein wenig Osterfeeling verschafft haben. Hier gibt es nämlich „immer“ nur christliche Prozessionen (dazu aber später mehr) und laut knallendes Feuerwerk.

unsere Osterwatte :-)Unsere Ostereier waren in diesem Jahr 2 Tüten mit knallbunter Zuckerwatte, die uns den regnerischen Karfreitag versüßt haben.

El Castillo San Felipe

Von Río Dulce aus kann man viel unternehmen und die Landschaft ist ziemlich spektakulär und auch wenn es eigentlich viel zu heiß war, um irgendwas zu machen, haben wir uns aufgerafft und die Gegend erkundet. Am ersten Tag ging es zu einer kleinen Burg, die errichtet wurde, um die Gegend vor den Piratenangriffen zu schützen. Auf der Karte kann man ja sehen, dass der Lago de Izabal direkt in den Río Dulce führt und von dort ins Meer… Die Burg sollte 4km entfernt sein und wir wollten uns mal wieder bewegen, also sind wir losgelaufen.

wo ist der Schatten? Grundstück mit Seeblick das Castillo

Hat sich als nicht so gute Idee herausgestellt, weil es doch ordentlich heiß (35 Grad im Schatten…) war, aber dank teilweisem Schatten auf dem Weg ging es einigermassen und wir sind heil aber total verschwitzt an der Burg angekommen. Über eine kleine Zugbrücke und einen Graben ging es dann ins Innere… alles sehr verwinkelt und man konnte sich fast verlaufen. Alles war auch sehr eng zugeschnitten und die Menschen waren wohl früher nur „kinnhoch“.

adlige Kanonen in die Ferne schaun ziemlich eng hier

Überall gabs Kanonen und ein paar alte Gegenstände zu sehen und einen guten Blick über den See. Und an den Souvenirständen dort habe ich endlich einen Fächer gefunden, den ich seit 2 Monaten gesucht hab, weil die Temperaturen manchmal einfach nicht zum Aushalten sind :)

Fächerschatten Baronin Münchhausen Feuer frei!

Sweet River – Río Dulce

Willkommen in GuatemalaDer süße Fluss in Guatemala war unser nächstes Ziel und dafür mussten wir 4mal umsteigen und waren 7 Stunden unterwegs. Los gings in Copán mit einem Kleinbus zur Grenze, da dann problemlos nach Guatemala rüber und weiter mit nem Kleinbus nach Jocotán. Mit einem größeren Bus nach Chiquimula und von dort mit einem ganz großen Bus 3 Stunden nach Morales. Da mussten wir uns dann noch in einen Kleinbus zwängen, in dem am Ende 25 Leute und ein Baby transportiert wurden. Drei mussten während der Fahrt in der halboffenen Schiebetür stehen und für alle anderen war auch nur sehr wenig Platz im stickig-warmen Bus. Aber auch das haben wir überlebt 😉

In Rio Dulce dann angekommen, wurde wir von einem Lokalen angequatscht, der uns 2 Hotels empfohlen hat und auch gleich angerufen und fuer uns einen billigeren Preis ausgehandelt hat. Das Hotel war dann eine Ueberraschung, weil es auf einer kleinen Insel gebaut war und aus mehreren kleinen Bungalows bestand, die so halb ueber dem Wasser standen und nur ueber einen Steg zu erreichen waren. Alles schoen aus Holz gebaut mit grossen Fenstern und ueberhaupt alles sehr niedlich. Dafuer war dann aber auch das Essen etwas teurer dort.

Blick vom Bungalow unser kleines Heim Nachbarhütte

Souvenirwünsche?

So langsam geht unsere Zeit in der Ferne zu Ende und weil wir euch alle so lieb haben, wollten wir mal fragen, ob es spezielle Wünsche zwecks Mitbringsel gibt… Das übliche sind natürlich irgendwelche kleinen Statuetten, Schmuck und Alkohol. Vielleicht fällt euch ja noch etwas ein, was ihr schon immer haben wolltet, aber nie zu fragen gewagt habt *g*.

Also Ideen und Vorschläge als Kommentar hinterlassen und wir sehen, was wir machen können :) Bitte aber immer an den knappen Platz in unseren Rucksäcken denken und nix allzu Sperriges wünschen 😉

Hoch zu Roß

hoch zu RossNach 3 Monaten Reise und vielen verpassten Gelegenheiten wollte ich es mir diesmal auf keinen Fall nehmen lassen, die Gegend um Copán im Sattel zu erkunden. Dazu haben wir eine 3-stündige relativ günstige Tour mit persönlichem Guide zu einem kleinen Chorti-Maya-Dorf gebucht. Die Pferdchen waren muy tranquilo… und etwas schläfrig. Deswegen ging die ganze Sache etwas schleppend voran und die Pferde sind nie schneller gelaufen als unbedingt nötig 😉 Aber es war ja auch warm und teilweise ging der Weg schon ziemlich steil (geschätzte 30Grad) hoch.

kluger KlepperMein Pferdchen war so clever und ist immer zick-zack gelaufen. Vom Maya-Dorf gab es einen herausragenden Panorama-Blick über das Tal des Río Copán und umfassende spanische Erklärungen von unserem Guide. Dann ging es wieder bergab und ich hatte ganzschön Muffensausen (aus 2,5m Höhe sah der Weg noch viel steiler aus…). Irgendwie sind wir dann aber doch heil unten angekommen und als Highlight haben wir noch den Fluss zu Pferde durchquert und sind dabei auch etwas nass geworden. Alles in allem ein schöner Ausflug, den wir bei Gelegenheit wiederholen werden.

Copán – Endlich wieder Maya Ruinen

die sind das Markenzeichen der RuinenFür die 5-Stunden Fahrt von Tela nach Copan haben wir zum Glück (quasi zufällig) noch einen direkten Luxusbus gefunden, der genau die Strecke fährt und auch noch Plätze für uns am gleichen Tag frei hatte. Also ein kleineres Vermögen von der Bank geholt und damit die Tickets bezahlt 😉 Dafür haben wir dann auch 2 Filme, jeder 2 Packungen Chips und 2 Getränke unterwegs bekommen. Abends um 6 waren wir dann in Copán, haben uns eine kleine gemütliche Herberge gesucht und sind noch lecker essen gegangen.

Gran Plaza grosser Tempel die beruehmte Relieftreppe

Am nächsten Tag haben wir seit rund 8 Wochen wieder einmal Ruinen besichtigt. In Copán sind die bedeutendsten Maya Ruinen in Honduras und das lassen die sich hier auch richtig gut bezahlen… Extranjeros zahlen 15$ statt 4$!! Ganzschön frech! Und die wohl recht unspektakulären Tunnel kosten noch mal 15$ extra… Haben wir dann nicht mitgemacht, sondern nur die fantastisch erhaltenen Stelen und Reliefs bestaunt.

ein Altar eine der vielen Stelen ein Jaguar

Weil es ziemlich heiß war und die Anlage auch etwas Kletterei erforderte, mussten wir uns einige Male im Schatten ausruhen. Die Ruinen von Copán sind zwar nicht so groß und gut erhalten / restauriert wie z.B. die in Chichén Itzá oder Palenque aber trotzdem beeindruckend und besonders die Qualität der Reliefs und da besonders die komplette Relieftreppe sind schon einen Besuch wert.

kleine Eidechsen gabs auch auf der Jagd nach guten Motiven hat ein Motiv gefunden ;)

Fahrradfahrn, Jardín Botanico de Lancetilla und Badetag

Den folgenden Tag in Tela haben wir wegen Wehwehchen im Bett vor dem Fernseher zugebracht 😉 Für den zweiten Tag haben wir uns dann etwas mehr vorgenommen. Um zu den 5km entfernten botanischen Gärten zu gelangen, haben wir uns mal richtig gute (und trotzdem günstige) Fahrräder ausgeliehen. Nachdem wir am Eingang um den Preis gefeilscht hatten (wir wollten nicht den Touripreis bezahlen: 6$ statt 2$), ging es über eine Holperpiste noch 3km hoch und runter bis zum Garten.

Bambus und Wasser Bambustunnel Badestelle

Dort sind wir dann gleich weitergeradelt durch einen Bambustunnel, vorbei an vielen Palmen zu einer kleinen Badestelle inmitten von Bambus. Neben kaltem Wasser gab es hier gaaanz viele kleine Fische, die unsere Beine zum Anbeißen fanden. Auf dem Rückweg durch den Garten kamen wir noch an ganz vielen exotischen Obstbäumen vorbei (Litschi, Mango, Jackfrucht, Mangostan, Brotfrucht, …) und anderen teilweise giftigen einheimischen Bäumen.

Jackfrucht am Baum rosarot :) rotstämmige Palmen

Der botanische Garten war früher eine Experimentalstation der United Fruit Company zur Erforschung der Bäume und Früchte Mittelamerikas.

kleine Wasserratte mit SchwimmringMeeresfrüchtesuppe Tapado Dann sind wir zurück nach Tela geradelt und haben noch die letzten Sonnenstrahlen genutzt, um meinen neuen Schwimmreifen in den Wellen zu testen. Spaaaaaaaß :) Am Abend haben wir dann noch die Garífuna-Spezialität Tapado ausprobiert: mal wieder eine Meeresfrüchtesuppe auf Kokosmilchbasis… yummie!

Wir gönnen uns mal was… Inselalternative Tela

Nachdem unser Ausflug auf die Bay Islands ja nun nix geworden ist, haben wir uns einen anderen Strandort ausgesucht zum relaxen: Tela. Da wir bis nachmittags warten mussten, um zu erfahren, dass es kein Boot auf die Insel gibt, kamen wir auch erst etwas später in Tela an. Dort haben wir uns gleich auf die Suche nach dem auserwählten Hotel gemacht und nach einigem Suchen haben wir es auch gefunden… wegen Renovierung geschlossen :(
Weil wir nun aber schon ziemlich kaputt waren und keine Lust hatten, rumzusuchen, weil das Straßennetz keinen Sinn gemacht hat und wir keinen Stadtplan hatten und überhaupt, haben wir uns kurzerhand ins nächstbeste Hotel einquartiert. Das war zwar ein wenig teurer, dafür hatten wir gratis Internet, einen Riesenfernseher und einen Balkon. Und sowieso sah das Hotel ein bisschen nobler aus. Aber zum entspannen war uns das gerade recht. Und das Essen in dem netten kleinen Örtchen war auch nicht verkehrt :)

Shrimpse mit Spaghettis Shrimpse in Knobisauce bestes Bier in Honduras